Mann sprich Tacheles!

Michael
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Montag morgen. Ich betätige den Aufzug. "Einmal fünfter Stock bitte sehr!", murmel ich vor mich hin. Ich beobachte mich im Spiegel des Fahrstuhls. Der neue Anzug sieht super aus. Ich genieße noch einen Moment den Anblick meines Spiegelbilds, dann bin ich im richtigen Stockwerk angekommen. Ab jetzt beginnt meine Morgenroutine. Tür auf, Eintreten, und den langen Flur entlang zu meinem Büro. Das Ende des Gangs ist mit einem Fenster versehen, was meinen letzten Schritten etwas sakrales verleiht. Mein "Office" ist spartanisch eingerichtet. Ich mag das so! Großer Schreibtisch auf der gegenüberliegenden Seite zur Tür. Dahinter zwei große Doppelfenster, die bis zum Boden gehen. Ich lege meine Sachen ab, stecke mein Notebook in die Docking-Station und schalte es ein. Anschließend mache ich mich auf den Weg zur Kaffemaschine. Ein kurzer Blick auf die Uhr -- 9:20 Uhr. Ich hatte heute bereits einen Kaffee doch ein weiterer kann nicht schaden, denn heute habe ich großes vor. Der Vorstand hat endlich meine Präsentation zur Osteuropa-Expansion unserer Unternehmensparte zur Kenntnis genommen. Heute ist mein großer Tag!

Die Kaffeemaschine ist bereits gut besucht. Zahlreiche Kollegen lungern dort herum. Als ob Karriere für die ein Fremdwort wäre! Ich tue geschäftig, lasse mir einen doppelten Espresso heraus und schwupp bin ich wieder in meinem Büro. Moment, was ist das? Am Türrahmen klebt eine Notiz: "Vorstellungsgespräch mit Peter Hainle, 9:45 Uhr! Maria" Blick auf die Uhr, "9:40 Uhr, Mist!", fluche ich leise in mich hinein. Ich lasse mich in meinen Schreibtischstuhl fallen und beginne meinen Terminkalender zu inspizieren. "Wo kommt dieser Termin her?", frage ich mich. Eingestellt am Freitag letzter Woche, von Maria Kleinbaum. Ich erwäge kurz die Alternative das Gespräch abzusagen. Dann wird mir klar, das Maria, die Klatsche vom Dienst, meinem Ruf erheblichen Schaden zu fügen könnte und finde mich mit meinem Schicksal ab. Ich stürze den Espresso herunter und verbrennen mir dabei ganz ordentlich die Zunge. Den Griff meiner Bürotür in der Hand, lasse ich den Blick aus dem Fenster in die Ferne schweifen und sinniere kurz vor mich hin: "Dabei fing der Tag so gut an!"

Florian
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Heute ist mein großer Tag denkt sich auch Florian, als er morgens um 7:30 endlich aufstehen darf. Der erste Gedanke geht an das bevorstehende dritte Vorstellungsgespräch, welches er am späten Vormittag bei einer renomierten Medizintechnikfirma haben wird. Seit fast vier Monaten hat er auf diesen Termin hin gearbeitet. Mit einem Gefühl der Vorfreude und voller Tatendrang stapft er ins Badezimmer und wirft einen Blick in den Spiegel: "Heute wirst Du es Ihnen zeigen...Hallo der Herr, wir würden Ihnen gerne diese Stelle anbieten." Nach dem Rasieren und besonders gründlicher Körperpflege greift Florian zur Feuchtigkeitscreme. Nach 5 Jahren Studiums, zahlreichen Praktikas und mehrerer Auslandsaufenthalte soll das Gespräch heute schließlich nicht am Aussehen scheitern. Er will sich heute nochmal ganz von seiner Schokoladenseite zeigen.

Beim Frühstück merkt Florian, daß ihm die Aufregung doch ein wenig auf den Magen schlägt und er gar keinen Appetit hat. Er schaut auf seine Vorbereitungsliste und streicht die erledigten Punkte ab. Das Hemd ist gebügelt. Der Anzug samt Krawatte liegt bereit. Schwarze Socken... sogar die Schuhe sind geputzt. Der Lebenslauf ist ausgedruckt, in deutsch und in englisch, sorgfältig in durchsichtiger Folie verpackt. Auch die Firmenbrochüre hat er in Vorbereitung auf das wichtige Gespräch noch einmal gründlich studiert. Es bleibt also noch die wichtigsten Fragen aufzuschreiben, die er im Interview stellen will. Florian wird ein wenig skeptisch, als er daran denkt, sich die Firma bis jetzt sehr bedeckt gehalten hat. Er hat noch keine Informationen über die Stelle oder seine potenziellen Aufgaben. Er hatte zwar durch eine Initiativbewerbung mit dem Unternehmen Kontakt gefunden, aber es interessiert ihn brennend in welchem Bereich er beginnen könnte, falls er mit seiner Bewerbung erfolgreich ist. Florian notiert "Aufgabenbereich." Über einen möglichen Einstellungstermin weiß er nichts und die Vertragsmodalitäten wurden auch noch nicht angesprochen. Plötzlich hört Florian einen lauter werdenden Alarmton. Was ist das? Er schaut auf die Uhr und erinnert sich an den Alarm seines Handys. Es ist Zeit sich anzuziehen und langsam aufzubrechen, schließlich will er pünktlich sein. Ein letzter Blick in den Spiegel...wow, wer ist der selbstbewusste und gutaussehende Herr? Florian nimmt seine Unterlagen und macht sich auf dem Weg.

Beim Unternehmen angekommen hat er noch fünfzehn Minuten Zeit und schaut nochmal durch seinen Lebenslauf. Es ist Zeit, jetzt geht es los. (WORK IN PROGRESS)

Comments

oltbaba said... (about 1 year ago)

Tom, kannst du bitte den "Florian" Teil aus der Ich-Perspektive schreiben. Damit dürfte das eigentlich Gespräch später intensiver und "blutiger" werden! Ich denke es ist dann leichter einen Dialog zwischen den beiden zu schreiben. In der augenblicklichen Form besteht der erste Teil aus Ich-Perspektive und der Florian-Teil aus Dritter Person. Wenn ich da einen Dialog anschließen möchte wird das schwer! So please, please switch to first-person and get bloddy :)

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